LESEPROBE - Innenkabine mit Balkon - Das Musical

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Die 10 skurrilsten Fragen der Kreuzfahrer:


10. Schläft die Crew auch an Bord ?
Standardantwort der Crew: Nein, wir setzen jede Nacht auf ein luxoriöseres Kreuzfahrtschiff über, das uns unauffällig folgt.

9. Fährt dieser Aufzug zum vorderen oder zum hinteren Teil des Schiffes ?
Standardantwort der Crew: Also, in erster Linie fährt ein Aufzug nach oben oder nach unten.

8. Woran erkenne ich mein Foto im Fotoshop, wenn meine Kabinennummer nicht drüber steht ?
Standardantwort der Crew: Einfach mal in den Spiegel schauen und vergleichen.

7. Isst die Crew die Reste aus dem Restaurant ?
Standartantwort der Crew: Nein, es ist umgekehrt. Schließlich heißt es ja auch RESTaurant.

6. Was machen Sie mit den Eisskulpturen nachdem sie geschmolzen sind ?
Standardantwort der Crew: Wir packen Sie Ihnen für zuhause ein.

5. Müssen Nicht-EU–Bürger auch an der Seenotrettungsübung teilnehmen ? (wurde von einem Schweizer gefragt)
Standardantwort der Crew: Ja, aber alle Schweizer bekommen natürlich ein eigenes Rettungsboot;
das fährt dann etwas langsamer, und an Bord gibt es Nummernkonten und als Verpflegung ein leckeres Raclette.

4. Wie hoch ist die Arbeitslosenquote innerhalb der Crew ?
Standardantwort der Crew: Es gibt nahezu Vollbeschäftigung.

3. Ist das Schiff schon mal gesunken ?
Standardantwort der Crew: Selbstverständlich, und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie lange das Trockenföhnen gedauert hat.

2. Macht der Kapitän das hauptberuflich ?
Standardantwort der Crew: Nein, die meisten arbeiten noch nebenher bei Lidl an der Kasse.

1. Ist das Wasser in den Toiletten Süß- oder Salzwasser ?
Standardantwort der Crew: Einfach mal probieren. Aber Vorsicht für alle Prothesenträger:  
Es  handelt sich um Unterdruck-Toiletten – also beim Spülen die Zähne festhalten!


Vorwort:

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Kreuzfahrt noch viel mehr. Aber Spaß ist bei weitem nicht
alles, was den Reiz einer Kreuzfahrt ausmacht. Sie ist sicherlich die bequemste und
luxuriöseste Art, in wenigen Tagen möglichst viele Städte und Regionen kennenzulernen –
vorausgesetzt, in der Nähe ist ein Hafen. Im Prinzip ist eine Kreuzfahrt so, als würde man
sein eigenes Hotel von Ort zu Ort mitnehmen, inklusive der Vollpension, und natürlich der
Mitreisenden.
Denn auf einer Kreuzfahrt trifft man viele Menschen. Völlig unterschiedliche Menschen.
Menschen, die man auch im Supermarkt, in der Oper oder beim Fußball treffen könnte –
und manche von ihnen bei allen drei Gelegenheiten nacheinander. Und das trifft nicht nur
auf die Gäste zu, sondern auch auf das Personal, die so genannte Crew.
Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat mal gesagt: „Gott schuf den Menschen,
weil er vom Affen enttäuscht war. Danach verzichtete er auf weitere Experimente.“ Schade
eigentlich, denn das Ergebnis hätte sich sicherlich noch steigern lassen – in beide
Richtungen. Denn was einige (wenige) Menschen auf Kreuzfahrten so veranstalten, ist
zumindest sehr unterhaltsam. Manche Dinge entstehen aus Unwissenheit, manche aus
Eitelkeit und manche auch aus Dummheit. Dieses Buch soll helfen, die ersten beiden
Ursachen zu beheben, aber für die dritte wird keine Garantie übernommen.
Es bleibt dabei: Eine Kreuzfahrt ist eine tolle Sache. Trotz oder gerade wegen der
Menschen. Über Beide(s) können Sie in diesem Buch eine Menge lernen.


(Auszug aus verschiedenen Kapiteln)

ABLEGEN
Das Ablegen des Schiffes ist der Moment innerhalb einer Kreuzfahrt, der sich mit voller
Wucht in das emotionale Gedächtnis der Passagiere einbrennt und durch nichts wieder zu
löschen ist. Dieser Moment, auf den man seit Monaten hingefiebert hat, den man sich
immer und immer wieder nach den Vorbildern verschiedener Fernsehfilme vorgestellt hat,
ist nun endlich gekommen. Dieser überaus erhebende Moment wird eingeleitet von einer
nützlichen und extrem informativen Durchsage des Kapitäns: „Herzlich willkommen, liebe
Gäste! Wir legen gleich ab und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Hafen.“
Aha.
Und dann geht es wirklich los. Jetzt fallen alle Sorgen förmlich von einem ab, so wie die
schweren Trossen vom Hafenpersonal über die Poller gehoben werden und ins Wasser
fallen. Die Taue werden an Bord gezogen, gleichzeitig wirbeln die Schrauben weißen
Schaum auf, die ganz spezielle Auslaufmusik ertönt, das Schiff beginnt sich zu bewegen,
der Typhon, das Schiffshorn, hupt dreimal und der Hafenmeister antwortet.
Unten stehen winkende Menschen, die keinen der Passagiere kennen; die Passagiere, die
ihrerseits auch niemanden an Land kennen, winken zurück, und alle sind glücklich.
Der hupende Hafenmeister und die winkenden Fremden erfüllen aber wahrscheinlich nur
einen Zweck: Von dem Anblick abzulenken, der unter dem weißen Schaum im Bereich der
Schiffsschrauben im Hafenbecken langsam zu Tage tritt. Denn jetzt wird alles aufgewühlt
und hochgespült, was seit Generationen dort entsorgt wurde. Fahrräder, Katzenmumien,
Plastiktüten mit fremdländischen Aufschriften, Gummistiefel, halbe Fische, Autoreifen und,
je nach Region, auch schon mal der lange vermisste Schwager, eingewickelt in einen
Teppich.
Doch das alles werden Sie nicht sehen, wenn Sie zum ersten Mal eine Kreuzfahrt machen.
Sie werden verzaubert sein, Sie werden es genießen, und daran wird auch dieses Buch
nichts ändern können.















 
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